Aktualisierte Kennzahlen (Stand Mai 2026)
| Umsatz 2025 | 3,33 Mrd. Euro (−3,7 % gegenüber 2024) – dritter Rückgang in Folge seit Rekordjahr 2022 (3,81 Mrd. €) |
| Mitarbeitende weltweit (Ende 2025) | rund 20.600 |
| Davon in Deutschland | rund 8.200 |
| Geplanter Stellenabbau Deutschland | rund 1.300 Stellen (ca. 16 % der deutschen Belegschaft) |
Hintergründe: Warum dieser Einschnitt?
| Wettbewerb aus Asien | Chinesische Anbieter drängen mit stark preisreduzierten Automatisierungskomponenten auf den Weltmarkt und setzen die Margen unter Druck – besonders im mittleren Preissegment. |
| Schwache Industriekonjunktur | Die Nachfrage der europäischen Automobilindustrie, des Maschinenbaus und der Chemiebranche – allesamt Kernkunden – ist seit 2022 rückläufig. |
| Geopolitische Unsicherheiten | Handelskonflikte, Lieferkettenprobleme und allgemeine Investitionszurückhaltung der Industrie belasten das Auftragsgeschäft global. |
| Strukturwandel in der Automatisierung | Die Branche verschiebt sich von klassischer Pneumatik hin zu elektrischen Antrieben, Software und KI-gestützten Systemen – ein Wandel, der intern Umschichtungen erfordert. |
Das globale Transformationsprogramm
Festo bezeichnet den Stellenabbau als Teil eines umfassenderen globalen Transformationsprogramms: kurzfristig Strukturen verschlanken und finanzielle Spielräume schaffen – langfristig Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit sichern. Der strategische Fokus lautet weiterhin „Seamless Automation": eine durchgängige, vernetzte Automatisierung von der Sensorik bis zur Cloud.
Umsetzung & Sozialverträglichkeit
| Betroffene Bereiche | Stellenabbau über verschiedene Unternehmensbereiche hinweg; Details noch in Abstimmung mit dem Betriebsrat |
| Sozialverträglichkeit | Betriebsbedingte Kündigungen sollen weitestgehend vermieden werden; bevorzugt Einvernehmlichkeit, Altersteilzeit und rentennahe Regelungen |
| Betriebsrat | Aktive Abstimmungen laufen; Details zu Abfindungen und Zeitplan noch nicht veröffentlicht |
| Standorte | Keine Standortschließungen in Deutschland geplant (Esslingen, Berkheim, Rohrbach, Denkendorf, Wiebelskirchen bleiben erhalten) |
Einordnung & Ausblick
Der Stellenabbau bei Festo reiht sich in eine Welle von Restrukturierungen bei deutschen Industrieunternehmen (Bosch, ZF, Continental, SEW-Eurodrive u.a.) ein, die alle mit ähnlichen Ursachen kämpfen. Als Familienunternehmen mit 100-jähriger Geschichte und ohne Börsendruck hat Festo jedoch mehr Spielraum für sozialverträgliche Lösungen als viele börsennotierte Wettbewerber.
Positiv zu werten: Festo investiert weiter in Forschung & Entwicklung (über 8 % des Umsatzes), hat mit Prof. Tomas Smetana ab Mai 2026 einen neuen F&E-Vorstand berufen und hält an seiner strategischen Ausrichtung auf Seamless Automation, KI-Integration und Festo Didactic fest. Die Substanz des Unternehmens ist intakt – der Umbau ist schmerzhaft, aber strategisch begründet.
Ergänzung Meilensteine
| 2022 | Rekordumsatz 3,81 Mrd. Euro |
| 2025 | 100-jähriges Firmenjubiläum – Umsatz 3,33 Mrd. Euro (dritter Rückgang in Folge) |
| Mai 2026 | Neuer F&E-Vorstand Prof. Tomas Smetana; strukturelle Neuausrichtung auf „Seamless Automation" |
| 8. Mai 2026 🔴 | Ankündigung globales Transformationsprogramm: Abbau von rund 1.300 Stellen in Deutschland (ca. 16 % der deutschen Belegschaft). Keine Standortschließungen geplant. Sozialverträgliche Umsetzung angestrebt. Scharfe Kritik der IG Metall Esslingen. |
Festo SE & Co. KG – Esslingen am Neckar
Aktualisierung: 9. Mai 2026 | Quellen: dpa, t-online, Stuttgarter Zeitung, Wikipedia